WeltKunst nr 248 / Die Zeit October 2025 | Unicorn Museum Barberini
DEM SCHEUEN EINHORN AUF DER SPUR
Von Lisa Zeitz
Das Museum Barberini in Potsdam feiert ein faszinierendes Fabelwesen, das die Fantasie von Künstlerinnen und Künstlern bis heute belebt
Das mythische Tier begegnet uns heute überall: Als rosa Anhänger baumelt es von Schulranzen, als Stofftier und Sticker bevölkert es Millionen Kinderzimmer, in den „Harry Potter“-Büchern streift es mit makellos weißem Fell durch nordeuropäische Wälder, und in Silicon Valley bezeichnet das Unicorn ein Start-up-Unternehmen, das fabelhaften Reichtum beschert.
Die Ausstellung versammelt Einhörner in mittelalterlicher Buchmalerei, in Druckgrafik und Bronzefiguren, Altären, Tapisserien, in Gemälden der Renaissance, des Manierismus und des Barocks, im Symbolismus von Gustave Moreau und Arnold Böcklin, im Surrealismus von René Magritte. Natürlich ist auch der geschraubte Zahn des Narwals zu bewundern, der über Jahrhunderte als Beleg für die Existenz des Einhorns galt. In der zeitgenössischen Kunst haben sich Rebecca Horn oder Marie Cécile Thijs mit dem mythischen Tier beschäftigt, und wer ganz nah an das lebensechte, am Boden lagernde schwarze Einhorn von Olaf Nicolai herantritt, spürt auf unheimliche Weise seine Körperwärme. Unter dem präparierten Fell hat der Künstler eine elektrische Heizung eingebaut.
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DEM SCHEUEN EINHORN AUF DER SPUR
Von Lisa Zeitz
Das Museum Barberini in Potsdam feiert ein faszinierendes Fabelwesen, das die Fantasie von Künstlerinnen und Künstlern bis heute belebt
Das mythische Tier begegnet uns heute überall: Als rosa Anhänger baumelt es von Schulranzen, als Stofftier und Sticker bevölkert es Millionen Kinderzimmer, in den „Harry Potter“-Büchern streift es mit makellos weißem Fell durch nordeuropäische Wälder, und in Silicon Valley bezeichnet das Unicorn ein Start-up-Unternehmen, das fabelhaften Reichtum beschert.
Die Ausstellung versammelt Einhörner in mittelalterlicher Buchmalerei, in Druckgrafik und Bronzefiguren, Altären, Tapisserien, in Gemälden der Renaissance, des Manierismus und des Barocks, im Symbolismus von Gustave Moreau und Arnold Böcklin, im Surrealismus von René Magritte. Natürlich ist auch der geschraubte Zahn des Narwals zu bewundern, der über Jahrhunderte als Beleg für die Existenz des Einhorns galt. In der zeitgenössischen Kunst haben sich Rebecca Horn oder Marie Cécile Thijs mit dem mythischen Tier beschäftigt, und wer ganz nah an das lebensechte, am Boden lagernde schwarze Einhorn von Olaf Nicolai herantritt, spürt auf unheimliche Weise seine Körperwärme. Unter dem präparierten Fell hat der Künstler eine elektrische Heizung eingebaut.
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